Was will man/frau zeigen?

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Published on: 19. April 2012

Casting- Shows im Fernsehen, aber auch sogenannte Model- Agenturen im Internet, die es wie Sand am Meer gibt, vermitteln bei genauer Betrachtung der entstandenen Bilder ein uniformes Bild: Immer die gleichen Posen, standardmäßige Beleuchtung (2 Blitzköpfe in jeweils 45°- Winkel von links und rechts), ein „cheese“- Lächeln, das eher aufgesetzt wirkt – kurz: Haltung, Gesichtsausdruck und alles andere zeugen von dem verzweifelten Versuch, gelungene Bilder mit professionellen Models zu kopieren.

In aller Regel geht dies schief. Eine Kopie wird nie auch nur annähernd die Qualität eines Originals erreichen. Falls die Qualität einmal stimmen sollte, wird der Betrachter in aller Regel kommentieren – oder es zumindest denken: „Ach, das habe ich bei Claudia Schiffer oder einer anderen Bilderikone schon einmal gesehen.“

Mein Ansatz bei der Personenfotografie ist ein anderer: Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch unverwechselbar und einmalig ist – und versuche, genau das darzustellen. Wenn Körperproportionen, Bewegungsmuster und Mimik im Einklang sind, werden auch die Bilder gut. Daher fördere ich die individuellen Charakteristika, anstatt zu versuchen, einer Person vor der Kamera die Identität eines anderen Menschen einzupflanzen. Regieanweisungen werden eher selten eingesetzt. Die Hauptperson vor der Kamera sollte sich viel und frei bewegen; dann kommen automatisch die natürlichen Muster zum Vorschein. Aufgabe des Fotografen ist es, die richtigen Sekundenbruchteile zu erkennen und einzufangen.

Das Ergebnis sind Bilder, die „stimmen“ – keine Maskerade, sondern ein individuelles Bild eines Menschen. Spätere Beobachter der entstandenen Bilder werden die Harmonie erkennen und die Ergebnisse loben.

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